Wer sein Dach sanieren lässt, stößt früher oder später auf eine unbequeme Wahrheit: Der alte gemauerte Schornstein passt nicht mehr ins neue Konzept. Er ist groß, schwer, wärmebrückenanfällig – und oft in einem Zustand, der schnelles Handeln erfordert. In diesem Ratgeber erklären wir, welche Möglichkeiten es gibt und warum sich ein Ersatz durch einen modernen Edelstahlschornstein lohnt.


Das Problem: Alter Schornstein beim Dachausbau
Bei vielen Bestandsgebäuden wurden die Schornsteine noch in Ziegelbauweise errichtet – massive, oft sehr hohe Konstruktionen, die tief ins Gebäude eingebunden sind. Beim Dachausbau oder einer Dachsanierung werden diese Probleme schlagartig sichtbar:
- Kältebrücke: Der gemauerte Schornsteinquerschnitt leitet im Winter Kälte direkt ins Gebäudeinnere. Das erhöht den Heizenergiebedarf und begünstigt Kondensation an den Innenwänden.
- Windlast und statische Belastung: Ein hoher gemauerter Schornstein stellt bei Wind erhebliche dynamische Lasten auf das Dachwerk dar. Risse im Mauerwerk sind ein deutliches Warnsignal.
- Versottung: Besonders bei modernen Brennwertanlagen ist die Abgastemperatur so niedrig, dass sich im alten Mauerwerk Kondenswasser niederschlägt. Das führt zu Versottung – Feuchtigkeit durchdringt das Mauerwerk und greift die Substanz an.
- Verkehrssicherungspflicht: Schadhaftes Mauerwerk am Schornstein ist eine Gefahr – für Bewohner und Passanten. Der Eigentümer ist verpflichtet, für die Sicherheit des Schornsteins zu sorgen. Im Zweifelsfall muss er abgetragen werden.
Die Lösung: Schornstein abtragen und durch Edelstahl ersetzen
Die wirtschaftlich und technisch sinnvollste Lösung in vielen Fällen: Den alten gemauerten Schornstein oberhalb der Dachhaut vollständig abtragen, auf dem verbliebenen Sockel (oder ab Deckenoberkante) einen brandschutzgerechten Schacht aufbauen und einen modernen doppelwandigen Edelstahlschornstein durchführen.
Das Vorgehen im Überblick:
- Abtrag des alten Mauerwerks oberhalb der Dachhaut, ggf. auch innen bis auf ein praktikables Maß.
- Brandschutzschacht F90 von der Deckenoberkante bis zur Dachhaut aufmauern – sichert die nötige Brandschutzklassifizierung gemäß Bauordnung.
- Montage des Edelstahlschornsteins (doppelwandig, Ø 150 mm oder nach Berechnung) mit Dachdurchführung und fachgerechter Abspannung mittels Edelstahlseilen.
- Einbindung in die neue Dachkonstruktion: Der Edelstahlschornstein ist deutlich schlanker als das alte Mauerwerk – die Dachdurchführung kann sauber und dauerhaft abgedichtet werden.


Die Vorteile des Edelstahlschornsteins
- Kein Wärmeverlust: Die doppelwandige Konstruktion mit Isolierung eliminiert die Kältebrücke nahezu vollständig.
- Keine Versottung: Der glatte Edelstahlinnenzug ist kondensatresistent – auch bei Brennwertheizungen oder Pelletkesseln dauerhaft geeignet.
- Geringe Windlast: Der schlanke Querschnitt (Ø 150–200 mm) reduziert die Angriffsfläche für Wind erheblich – die Dachkonstruktion wird deutlich entlastet.
- Modernes Erscheinungsbild: Der glänzende Edelstahlschornstein wirkt aufgeräumt und zeitgemäß – ein bewusster Kontrast zur rustikal-massiven Backsteinkonstruktion.
- Wartungsarm: Edelstahl ist korrosionsbeständig und pflegeleicht. Regelmäßige Kehrung durch den Schornsteinfeger reicht aus.
- Planungssicherheit: Zertifizierte Systemschornsteine erfüllen alle aktuellen Anforderungen der DIN EN 1856 und sind für nahezu alle Feuerungsanlagen zugelassen.
Haben Sie auch einen sanierungsbedürftigen Schornstein? Ob im Zuge einer Dachsanierung oder als eigenständige Maßnahme – wir beraten Sie kostenlos und unverbindlich. Nehmen Sie Kontakt auf und schildern Sie Ihre Situation. Wir schauen uns das gemeinsam an.




